1. Was passiert mit der Schilleroper?

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Schilleroper gehört seit vielen Jahrzehnten zu St. Pauli – als Ort mit bewegter Geschichte, Erinnerungen und mittlerweile Stillstand. Viele Menschen im Viertel gehen täglich an der Rotunde vorbei und fragen sich: Was wird aus diesem besonderen Platz? Diese Fragen sind nachvollziehbar. Uns ist wichtig, offen zu zeigen, was im Hintergrund passiert, welche Herausforderungen bestehen und welche Perspektive sich für die Zukunft entwickelt.

95 % des geschützten Rundbaus der Schilleroper wurden mit den erforderlichen Genehmigungen bereits 2021 abgebrochen. Das äußere Erscheinungsbild hat sich damit stark verändert, nur das marode Tragwerk ist erhalten geblieben. Dieses kann jedoch sein Eigengewicht nicht mehr selbst tragen. Vor einem möglichen Abgang schützt unsere neue Mittelabstützung.

Hier entsteht wieder ein Ort zum Wohnen und ein Platz zum Leben. Die Schilleroper hatte und hat eine besondere Bedeutung im Quartier des Stadtteils St. Pauli – und dieser Verantwortung sind wir uns absolut bewusst.

Das neue Gebäude bereichert die gesamte Umgebung: Ein großer Platz entsteht, der das magische Rund des Zirkus bewahrt und mit Durchgängen in drei Himmelsrichtungen für jedermann erreichbar ist.

2. Wie ist denn der Plan?

Auch wenn es nach außen manchmal ruhig erschien, wurde in den vergangenen Monaten intensiv gearbeitet. Hinter den Kulissen gibt es keinen Stillstand, sondern viele Untersuchungen, Begehungen und fachliche Prüfungen. Gemeinsam mit Planern und unabhängigen Sachverständigen wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um eine tragfähige und verantwortungsvolle Lösung zu finden.

Leider haben wir enorme Probleme mit den zuständigen Behörden. Das Stahlgerüst ist ein Fragment der ehemaligen Schilleroper, ein denkmalgeschütztes Gebäude, mit einer komplexen Geschichte. Jede Entscheidung muss sorgfältig geprüft werden – technisch, rechtlich und im Hinblick auf das Quartier. Viele Schritte sind deshalb nicht sofort sichtbar, aber notwendig, um langfristig eine sichere und nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

Es geht nicht nur um Mietobjekte und Wohnungsgrundrisse, sondern auch um Begegnungsräume und die Zwischenzone zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit. Dazu gehören Wegführungen, „möblierte Filter“, also halböffentliche Flächen im Innenhof.

An oberster Stelle steht hierbei auch das ernsthafte Bestreben, Wohnraum für ältere Menschen zu schaffen. Gerade im Herzen der Stadt fehlt dieser am meisten. Generationenübergreifend sollen dabei auch junge Menschen mit eingebunden werden, die die hilfsbedürftigen unter den Älteren so direkt und schnell unterstützen können.

Geplant sind im Erdgeschoss kleine nachbarschaftsbezogene Läden, ein Restaurant, ein Bäcker mit Außenbereich sowie Räume für einen ambulanten Pflegedienst. Ergänzt werden sollen Büros, ein Fitnessbereich für generationenübergreifende Aktivitäten und – wenn möglich – eine Quartiersgarage mit Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.

Unser Ziel: es entsteht ein soziales Wohnprojekt mit einer neuen Rotunde im Innenhof.

3. Wann geht es los?

Die Rotunde heute – Geschichte bewahren und Verantwortung übernehmen

Die Rotunde der Schilleroper steht seit fast 100 Jahren leer – und viele Menschen im Viertel fragen sich verständlicherweise: Wie geht es weiter?

Bereits 2021 konnten wir verhindern, dass der gesamte Komplex einstürzt. Erhalten geblieben ist das filigrane Tragwerk des ehemaligen Zirkusgebäudes – ein Stück Geschichte, das vielen Menschen wichtig ist und auch uns sehr am Herzen liegt.

Gleichzeitig zeigen mehrere fachliche Bewertungen klar und deutlich: Die bestehende filigrane Konstruktion ist nicht standsicher. Der damals verwendete Stahl entspricht nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen, und die Tragfähigkeit kann dauerhaft nicht gewährleistet werden.

Unter diesen Voraussetzungen kann die Sicherheit für Menschen, die dort arbeiten oder sich aufhalten, nicht verantwortet werden. Diese Erkenntnis ist keine leichte, aber eine notwendige Grundlage für alle weiteren Planungen um eine sichere und verantwortungsvolle Zukunft für diesen besonderen Ort zu ermöglichen.

Unsere Pläne liegen zur Zeit den zuständigen Behörden vor; wir warten auf Rückmeldungen und Termine.

4. Wird es laut? Ist es gefährlich?

Ganz klar: Ja, es ist gefährlich das Grundstück zu betreten, geschweige denn das Stahlgerüst zu beklettern! Auch wenn es momentan gesichert ist, ist es dennoch nicht standsicher und die Gefahr, dass etwas passiert ist allzu präsent und sehr groß.

Deshalb Vorsicht! Das Betreten des Grundstücks sowie das Beklettern der Stahlkonstruktion ist daher streng untersagt. Bitte respektieren Sie die Absperrungen – sie dienen Ihrer eigenen Sicherheit.

5. Wie sieht es überhaupt aus?

6. Wo bleibt St. Pauli?

Im Dialog mit der Nachbarschaft

Viele Menschen haben persönliche Erinnerungen an die Schilleroper – sei es durch Erzählungen, eigene Erlebnisse oder einfach durch ihre prägende Präsenz eines Lost place mit dem ulkigen Namen. Diese emotionale Verbindung nehmen wir ernst. Deshalb ist es uns wichtig, Entwicklungen verständlich zu erklären und transparent zu kommunizieren.

Nicht alles wird sofort sichtbar sein, und nicht jeder Wunsch lässt sich umsetzen. Doch der Anspruch bleibt, einen verantwortungsvollen Weg zu finden, der Geschichte respektiert und gleichzeitig neuen Raum schafft. Die Schilleroper soll kein abgeschottetes Projekt werden, sondern ein Ort, der das Viertel auf angemessene Art und Weise belebt.

Was bleibt, ist die gemeinsame Hoffnung, dass aus einem lange stillen Ort wieder ein lebendiger Bestandteil von St. Pauli wird – mit Respekt vor seiner Vergangenheit und einem klaren Blick nach vorn.