1. Was passiert mit der Schilleroper?
Ein Blick hinter die Kulissen
Die Schilleroper gehört seit vielen Jahrzehnten zu St. Pauli – als Ort mit bewegter Geschichte, Erinnerungen und seit Langem von Stillstand geprägt. Viele Menschen im Viertel gehen täglich an der Rotunde vorbei und fragen sich: Was wird aus diesem besonderen Platz? Diese Fragen verstehen wir gut. Uns ist wichtig, offen zu zeigen, was im Hintergrund passiert, welche Herausforderungen bestehen und welche Perspektive sich für die Zukunft entwickelt.
Hier entsteht wieder ein Ort zum Wohnen und ein Platz zum Leben. Die Schilleroper hatte und hat eine besondere Bedeutung im Quartier des Stadtteils St. Pauli – und dieser Verantwortung sind wir uns absolut bewusst.
Wir erhalten die vom Denkmalamt vorgeschriebene Struktur. Ein großer runder Platz entsteht, der mit der Stahlskelettkonstruktion das magische Rund des Zirkus bewahrt und mit Durchgängen in drei Himmelsrichtungen für alle erreichbar ist.
2. Wie ist denn der Plan?
Auch wenn es nach außen manchmal ruhig erschien, wurde in den vergangenen Monaten intensiv gearbeitet. Hinter den Kulissen gibt es keinen Stillstand, sondern viele Untersuchungen, Begehungen und fachliche Prüfungen. Gemeinsam mit Planern und unabhängigen Sachverständigen wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um eine tragfähige und verantwortungsvolle Lösung zu finden.
Das Verfahren ist komplex und erfordert eine intensive Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Das Stahlgerüst ist ein Fragment der ehemaligen Schilleroper, ein denkmalgeschütztes Gebäude, mit einer komplexen Geschichte. Jede Entscheidung muss sorgfältig geprüft werden – technisch, rechtlich und im Hinblick auf das Quartier. Viele Schritte sind deshalb nicht sofort sichtbar, aber notwendig, um langfristig eine sichere und nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.
Es geht nicht nur um Mietobjekte und Wohnungsgrundrisse, sondern auch um Begegnungsräume und die Zwischenzone zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit. Dazu gehören Wegführungen, „möblierte Filter“, also halböffentliche Flächen im Innenhof.
An oberster Stelle steht hierbei auch das ernsthafte Bestreben, Wohnraum für ältere Menschen zu schaffen. Gerade im Herzen der Stadt fehlt dieser am meisten. Generationenübergreifend sollen dabei auch junge Menschen mit eingebunden werden, die unterstützungsbedürftige ältere Menschen so direkt und schnell unterstützen können.
Geplant sind im Erdgeschoss kleine nachbarschaftsbezogene Läden, ein Restaurant, ein Bäcker mit Außenbereich sowie Räume für einen ambulanten Pflegedienst. Ergänzt werden sollen Büros, ein Fitnessbereich für generationenübergreifende Aktivitäten und – wenn möglich – eine Quartiersgarage mit Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.
Unser Ziel: es entsteht ein soziales Wohnprojekt mit einer neuen Rotunde im Innenhof.
3. Wann geht es los?
Die Rotunde heute – Geschichte bewahren und Verantwortung übernehmen
Die Rotunde der Schilleroper steht seit fast 100 Jahren leer – und viele Menschen im Viertel fragen sich verständlicherweise: Wie geht es weiter?
Unsere Pläne liegen zurzeit den zuständigen Behörden vor; wir haben Termine für den Austausch zwischen den verantwortlichen Parteien.
4. Wird es laut? Ist es gefährlich?
Ganz klar: Ja, es ist gefährlich, das Grundstück zu betreten, geschweige denn das Stahlgerüst zu beklettern! Auch wenn es momentan gesichert ist, ist es dennoch nicht standsicher und die Gefahr, dass etwas passiert, ist allzu präsent und sehr groß.
Deshalb Vorsicht! Das Betreten des Grundstücks sowie das Beklettern der Stahlkonstruktion ist daher streng untersagt. Bitte respektieren Sie die Absperrungen – sie dienen Ihrer eigenen Sicherheit.
5. Wie sieht es überhaupt aus?

6. Wo bleibt St. Pauli?
Im Dialog mit der Nachbarschaft
Viele Menschen haben persönliche Erinnerungen an die Schilleroper – sei es durch Erzählungen, eigene Erlebnisse oder einfach durch ihre prägende Präsenz als ein besonderer Ort mit besonderer Geschichte. Diese emotionale Verbindung nehmen wir ernst. Deshalb ist es uns wichtig, Entwicklungen verständlich zu erklären und transparent zu kommunizieren.
Nicht alles wird sofort sichtbar sein, und nicht jeder Wunsch lässt sich umsetzen. Doch der Anspruch bleibt, einen verantwortungsvollen Weg zu finden, der Geschichte respektiert und gleichzeitig neuen Raum schafft. Die Schilleroper soll kein abgeschottetes Projekt werden, sondern ein Ort, der das Viertel auf angemessene Art und Weise belebt.
Was bleibt, ist die gemeinsame Hoffnung, dass aus einem lange stillen Ort wieder ein lebendiger Bestandteil von St. Pauli wird – mit Respekt vor seiner Vergangenheit und einem klaren Blick nach vorn.
