Was passiert mit der Schilleroper?

1. Was passiert mit der Schilleroper?

Das traditionelle Areal rund um die Schilleroper soll endlich wieder gelebt werden. Wachgeküsst, könnte man sagen: wir möchten wieder einen Ort zum Wohnen, einen Raum zum Arbeiten und einen Platz zum Leben schaffen.

Die Schilleroper hatte und hat eine besondere Bedeutung im Quartier des Stadtteils St. Pauli – und dessen sind wir uns absolut bewusst. Unser Bestreben ist es deshalb, für die weitere Planung den Erhalt der denkmalgeschützten Bestandteile genauestens zu prüfen.

Unser Entwurf ist geprägt davon, den Geist und die Charakteristik des Gebäudes – im Schwerpunkt die Rotunde – in Erinnerung an den alten Zirkusbau zu erhalten. Wir möchten den liebgewonnen Wiedererkennungswert der Schilleroper erhalten wissen. Mit der neuen Formgebung soll darüber hinaus der große Innenhof als Ort der Gemeinschaft als Auditorium erhalten werden.

Auch bereichert die Planung des Gebäudes als durchlässiges Ensemble die gesamte Umgebung: die hier neu entstehenden Gassen, Straßen und Plätze können nicht nur unmittelbar von den Bewohnern, sondern auch von den Menschen im nahen Umfeld genutzt werden.

St. Pauli wächst hier ein weiteres Stück zusammen.

2. Wie ist denn der Plan?

Zunächst: wir wollen hier keinen Zirkus wiederbeleben. (Einige Kinder werden jetzt „Schade“ sagen.) Es gibt eigentlich überhaupt keine wilden und wirren Ideen, sondern ganz realistische Pläne. Im Sinne aller. Alle Beteiligten handeln in einem ausgeprägten gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein.

Daraus folgt das ernsthafte Bestreben, mehr bezahlbaren Wohnraum genau dort zu schaffen, wo es am meisten fehlt. Seit nunmehr fast 70 Jahren verfällt das Areal. Völlig ungenutzt. Es soll wieder neu – und sehr vielseitig – belebt werden. Für alle.

3. Wann geht es los?

Das Gutachten liegt aktuell dem Denkmalschutzamt vor – und wir warten noch auf Antwort. Es ist von einem Gutachter des Prüfamtes für Standsicherheit der Landesgewerbeanstalt in Bayern (Körperschaft des öffentlichen Rechts), der auf Stahlbau spezialisiert ist, erstellt worden. Bis dahin konzentrieren wir uns auf die Realisierungspläne – die im Übrigen auch nur in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalschutz möglich sind.

Wir möchten hier ein gut durchdachtes, ganzheitliches Konzept entwickeln – bei dem wir mit dem Denkmalschutz, der Stadtentwicklung, den Behörden, den Bürgern und der Politik zusammenarbeiten. Von Anfang an.

Die ersten Treffen mit einigen unmittelbaren Anwohnern fanden im März und Mai 2017 statt. Natürlich ist das Projekt eine Herausforderung. Immerhin gab es sieben Dekaden lang Stillstand. In den vergangenen Jahren haben wir diese Herausforderung voll und ganz angenommen. Mit viel Kraft und hohen Investitionen in Zeit und Kosten.

Warum das alles? Weil wir wissen, dass es sich für alle lohnen wird, dieses prächtige Areal wieder zu beleben.

4. Wie soll es denn bald aussehen?

Unser Architekt plant Gebäude in Rotklinker mit einer Silhouette und Dachkonstruktion als Anlehnung und Hommage an die alte Schilleroper.

Der Entwurf ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Tradition und dem Viertel, mit den vielen unterschiedlichen Ansprüchen und den praktischen Anforderungen aller Beteiligten.

5. Wird es laut?

Ja, eine Baustelle macht leider immer Baustellenlärm. Aber allein im Interesse der Anwohner und natürlich der Bauarbeiter, sind wir alle angehalten, mit einer ausführlichen wie akkuraten Planung die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten. Damit grenzen wir die die akustische Belastung ein.

6. Wo bleibt St. Pauli?

Mittendrin! Wir möchten Areal Schilleroper wieder zu einem belebten und bunten Ort zu machen. Als Anziehungspunkt für viele verschiedene Menschen soll hier – im Einklang mit der Stadtteilentwicklung – sozialverträgliches Wohnen mit neuen Arbeitsräumen verknüpft werden.

Die Grundidee ist klar: anspruchsvolle Architektur und bezahlbare Mieten für eine kulturell vielseitige Lebenswelt. Für uns steht immer die Sozialverträglichkeit im Vordergrund, weniger die Erhaltung eines Stahlgerüsts um jeden Preis.